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  • moeller49

Maaßens Aprilscherz, der keiner ist


Es schlug ausgerechnet am 1. April ein wie eine Bombe: Hans-Georg Maaßen beabsichtigt, zur Bundestagswahl im Wahlkreis Südthüringen zu kandidieren. Ernsthaft übrigens, also auch noch am 2. April.


Vorab und trotz aller folgender Kritik: Hans-Georg Maaßen ist ohne Zweifel ein Politiker, der den Überzeugungen und Positionen der AfD näher steht, als andere in den Reihen der Altparteien. Er ist eine respektable Persönlichkeit, an die deshalb auch viele Hoffnungen geknüpft werden. Aber vergessen wir nicht:


1. Maaßen ist ein CDU-Mitglied und Werteunion-Frontmann, dem im Wesentlichen die Neunziger Jahre abhanden gekommen sind. In der AfD hat hingegen zumindest ein großer Teil der Mitglieder erkannt, dass die Rückkehr in die Neunziger auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Denn in den Neunzigern wurde durch falsche Toleranz die Grundlage dafür gelegt, dass heute von den Verächtern alles Normalen die Axt gegen unsere Nation, deren tragende Säulen und Erfolgskonzepte geschwungen werden kann. Egal ob es um das Ablösen wissenschaftlicher Herangehensweisen durch politische Hysterie geht, um die Einschränkung des Sagbaren oder die Abwendung vom Konzept der Nation hin zu Multikulti - in den neunziger Jahren konnten diese Elemente der heutigen links-grün (schwarzen) Politik wegen nicht existenter Widerstandskraft und Orientierungslosigkeit der CDU erfolgreich aufs Gleis gesetzt werden.


Vielleicht tue ich Maaßen damit Unrecht, aber mir ist nicht bekannt, dass er damals vernehmbar die Stimme erhoben hätte. Klug genug, das kommende Unheil zu sehen, war und ist er.


2. Der Grund, warum man nichts von Maaßen gehört hat, ist derselbe, warum er heute noch lieber Häuptling im gerade so geduldeten CDU-eigenen Werteunion-Reservat für enttäuschte CDU-Wähler ist, statt echte Oppositionsarbeit zu leisten. Warum gründet so ein Mann mit seiner starken Wahrnehmbarkeit keine eigene Partei, obwohl er in der CDU mit seinen Positionen absolut chancenlos ist?


Ganz einfach: Maaßen weiß, dass solch eine Partei ebenso als „rechts“ eingestuft wird, wie die "Professoren-AfD 2013". Und er hat am Beispiel der AfD gesehen, wie unfair mit einer solchen Partei und ihren Protagonisten verfahren wird. Es ist verständlich, dass er die massive soziale Ausgrenzung und Diffamierung sich und seinen Mitstreitern nicht zumuten möchte, sondern lieber auf das "Prinzip Hoffnung" setzt, nachdem sich die CDU irgendwann mal an ihre eigenen Wurzeln erinnert.


Letzteres ist derzeit leider völlig aussichtslos. Hier macht sich nicht nur Maaßen etwas vor, sondern auch seinen potentiellen Wählern. Egal ob es um den weichgespülten Euro, die Asylpolitik, die doppelte Staatsbürgerschaft, das Schleifen der nationalen Industrie, „Black Live Matters“-Rassismus oder „Cancel Culture“ geht - wenn in der CDU hier noch irgendetwas konservativ zuckt, dann in Agonie. Selbst wenn Maaßen also in den Bundestag gewählt wird, kann er im Opportunistenhaufen der Union rein gar nichts bewirken.


3. Maaßens Kandidatur wird dafür sorgen, dass die Stimmen des patriotisch gesinnten Wählerlagers in Südthüringen nicht mehr weitgehend geschlossen an die AfD gehen, sondern zum Teil auch ins Lager der auf links gedrehten Thüringer CDU umgeleitet werden. Das in Südthüringen vergleichsweise viele CDU-Mitglieder vernünftige Leute sind, ändert nichts daran, dass die CDU bundes- und landesweit mit diesen Überzeugungen so gut wie gar nichts mehr am Hut hat. Die AfD Thüringen wird schon deswegen nicht auf eine eigene Kandidatur im Wahlkreis verzichten, weil in der Regel auch ein Verlust bei den Zweitstimmen zugunsten der CDU damit verbunden wäre. Nichts liegt uns ferner, als so etwas unterstützen! Lachender Dritter wird vermutlich ein linker Bundestagskandidat sein, der von der Aufspaltung der Wählerstimmen profitiert.


4. Die Kandidatur von Maaßen im Wahlkreis Südthüringen ist nach meiner Überzeugung letztlich aber auch unglaubwürdig. Maaßen ist an der Bundespolitik interessiert. Ich wüsste nicht, wann es ihm jemals darum gegangen ist, die Bürger von Suhl, Schmalkalden, Hildburghausen oder Meiningen zu vertreten. Er hat überhaupt keine Wurzeln oder Beziehungen in die Region oder unseren Freistaat. Maaßen geht es nur um die Fahrkarte in den Bundestag. Böte sich eine bessere Gelegenheit in Aachen, würde er dort kandidieren. Die Südthüringer werden lediglich als Bauern in einem bundespolitischen Schachspiel missbraucht. Um ihre regionale Vertretung geht es tatsächlich nicht, sie wird nur aus opportunistischen Gründen vorgegaukelt.